Ein HANS auf die Strahlkraft! – der Hamburger Musikpreis

Hamburg ist Kult – eigentlich nichts neues.  Je weiter die geographische Distanz, desto größer scheint die Faszination. Die musikalische Indieszene ist bunt und lebendig, übt schon seit gut 20 Jahren mit dem Aufkeimen der „Hamburger Schule“ wichtige Impulse für die deutschspachige Musikszene aus. Musikfestivals wie das Dockville oder das anstehende Reeperbahnspektakel ziehen aus der ganzen Nation Menschenmassen an. Auch Hamburg Accessoires sind hip, Jolly Rogers und das St.Pauli-T-Shirt gehört in jeden gut sortieren Klamottenfundus und das Astra schwappt rauf bis ins Rheinland.
Kluge Leute der Musikwirtschaft Hamburgs haben das nun auch bemerkt und sind auf die Idee gekommen, die Strahlkraft Hamburgs zu stärken. Und Musiker, die aus Hamburg kommen sollen in ihrer Identifikation mit der Stadt mehr gebunden werden.

Um der Strahlkraft also die richtige Politur zu geben ist folgendes geplant: die IHM (Interessengemeinschaft Hamburger Musikindustrie) gründet die „solide und glaubwürdige“ HMA (Hamburger Musikakademie, was dann Hamburgs 4. Musikakademie wäre, wenn man Google glauben schenkt) deren wesentliche Funktion darin besteht eine Jury zu bilden, die glücklich Auserkorene mit einem Preis namens HANS belohnen soll. HANSeatisch, HANSestadt, HANS Albers, HAmburg , so die gewünschte Assoziationskette.  Und damit auch recht viele Musikschaffende an diesem Glück teilhaben können, hat man gleich drei Preis-Kategorien gewählt:

  • aufregendster und innovativster Künstler des Jahres
  • herausragendste Künstlerenwicklung durch ein Team
  • herrausragendstes Medienformat zur Unterstützung der Hamburger Musikszene

Relevant für die Beurteilung ist der Zeitraum September 2008 – September 2009. Dotiert ist dieser Jurypreis nicht,  HANS an sich sollte für´s Glück reichen. Unterstützt wird das Projekt von der Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck, vom NDR als Medienpartner, natürlich von der IHM (EMI Music, Warner Music et al.), und der Volksbank Hamburg. Immerhin heißt es, Jury-Mitglieder könnten keine Preisträger werden und nicht für eine Institution stimmen, die sie selber vertreten.

(Quelle: Presseinfo Hamburger Musikpreis, 02.09.2009)

Soweit, so gut.

Gespannt sein darf man nun, auf wen die Wahl einer Jury trifft, die sich unter anderem aus marktorientierten Branchenfachleuten zusammensetzt und inwieweit vor allem den unzähligen, unorgansierten Independend-Schaffenden dabei Rechnung getragen wird, denen ja im Wesentlichen die Lebendigkeit der Szene – bzw. die „Strahlkraft“ zu verdanken ist.

Charmant an der Idee  ist die Tatsache, daß die Trophäe von einem Hamburger Künstler und Musiker gestaltet wird, der sowohl musikalisch als auch künstlerisch unbeeinflußt von Meinungen und Trends von je her seinen eigenen Stil verfolgt:   SAM. aka Nils Koppruch. Ihm wurde die ehrenvolle Aufgabe in diesem wie im nächsten Jahr übertragen, für Musikerkollegen einen  HANS  zu schaffen. Wie die Trophäen (es müssen dann ja wohl 3 werden) ausschauen, wird bis zur Preisvergabe geheim gehalten. Der Fokus meiner Neugier liegt also weniger bei den Preisträgern: Was wird Nils, für Unberechenbarkeit gepriesen, den Gewinnern mitgeben: ein Gemälde, eine Skultpur, ein geschälter Apfel …? traditionell hamburgisch oder doch ganz anders?

Einen kleinen Vorgeschmack findet man im Hamburger Abendblatt – zum Stichwort Reeperbahnfestival – mittendrin gibt´s ein paar Bilder von Birgit Reuther aus der Künstlerschmiede.

 

SAM. und der HANS-Dummy

SAM. und der HANS-Dummy

kleidSAM.

kleidSAM.

v.r.n.l. Uriz von Oertzen, Nils Koppruch, Alexander Maurus, Ole Soul

v.l.n.r. Uriz von Oertzen, Nils Koppruch, Alexander Maurus, Ole Soul

Fotos: Verwendung mit freundlicher Genehmigung von Birgit Reuter (c), Hamburger Abendblatt

Die Preisvergabe moderiert der Musiker Ole Soul, sie findet jedoch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Hoffen wir, daß fleißige Journalisten berichten oder der NDR sogar ein wenig mitschneidet. Gezielt gewählt wurde auch der Zeitpunkt der Preisvergabe, am 24.September im Club Grünspan um 18:00Uhr – denn an diesem Abend startet auch das 4.Reeperbahnfestival.

Mehr Hintergrundinfos unter PRESSE und VIDEOS

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edit 24.09.2009

Preisträger HANS2.vl. Ruben Jonas Schnell (ByteFM) und Gisbert zu Knyphausen r. mit ihren Hans-Trophäen, (c) Foto Birgit Reuther, abendblatt.de

NDR Hamburg berichtete just live vom Grünspan: ….and the winner is……..
Bester Künstler des Jahres : GISBERT ZU KNYPHAUSEN – Tusch!

Für die herausragende Entwicklung eines Künstlers wurde das Team um Jan Delay gekürt.

Der Preis für das beste Medienformat ging an den Radiosender ByteFM.

Und dies ist der Preis in seiner ganzen schlichten Schöhnheit

HANS

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