Frankfurt feiert die Knyphausen & Koppruch Allstars

Genau einen Tag vor dem Konzert mit Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch im Frankfurter Club „Das Bett“ wurde der Vorverkauf eingestellt. Der Club, der 450 Personen faßt, war ausverkauft. Seit Neueröffnung des „Bett“ im Gallusviertel haben das nur wenige Musiker geschafft. Bereits eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Konzertbeginn harrten die ersten Zuschauer in Hoffnung auf die besten Plätze vor verschlossenen Türen im Regen aus. Als das Konzert ziemlich pünktlich gegen 21:00Uhr begann, war die Halle dicht gefüllt.

Die allgemeine Unsitte, den Support als Untermalung der eigenen Konversation mit Mißachtung zu strafen, fiel diesmal komplett aus. Als Nils Koppruch die Bühne betrat und mit wenigen Worten sich und den ersten Titel „Vergessen, was ich wußte“ vorstellte, verstummten die Gespräche, die Aufmerksamkeit der Zuschauer war greifbar.
Nils begann den Abend mit „In die Stille“, einer Soloversion von „Kirschen“ , „Armer Junge weint …“ und „Den Teufel tun“. Koppruch, der gemeinhin auch nicht als extrovertierter Entertainer gilt, kommentiert: „Das nächste Stück ist ein Lied mit Gebrauchswert. Das hat in Frankfurt auch schon mal funktioniert. Es heißt: „Komm küssen“. Während des Songs läuft Nils die Bühne ab, bleibt hier und da stehen, spielt ins Publikum und erklärt während des Songs: „Man muß sich seine Verbündeten suchen, wo man sie findet“. Verbündete hatte es an diesem Abend zu Hauf.
Es folgt „Hund“ ein frühes Stücke von FINK. Nach „Mit eigenen Augen“ bekommt Nils Unterstützung von Gunnar Ennen am Keyboard, an der Gitarre Jens Fricke und Utz Wellmann am Schlagzeug. Zu Feier des letzten gemeinsamen Abends spielten sie die Première und eine wunderbare Version von „Billiger Trick“, das ursprünglich 1999 auf dem FINK-Album Mondscheiner erschien.

Mit „Stadt in Angst“ schloß Nils das Vorprogramm ab: „Komm Baby, sag mir, daß du deine Tür aufmachst, der Teufel jagt mir mit der Gabel nach…“ Die Frankfurter hatten ihm definitiv die Tür aufgemacht.

Nach kurzer Umbau-, Bier- und Pinkelpause legten die Knyphausener los. Und es ging ohne Umschweife richtig zur Sache mit „Herzlichen Glückwunsch“, „Freund von Clischées“, „Erwischt“, „Hurra Hurra so nicht““, „Morsches Holz“. Das Anmoderieren von Songs ist nicht Gisberts Stärke, Fans kennen das. Allenfalls lächelt er scheu in die Menge und sagt etwas wie: „ihr seid sehr nett!“ Und postwendend antwortet immer jemand aus dem Dunkel: „Du auch!“ Ja so ist das. Und dann heißt es meist: „Wir machen dann einfach mal weiter mit dem nächsten Stück„. Als da wäre „Gute Nachrichten“ und „So seltsam durch die Nacht“. Das Stück „Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten“ spielt Gisbert solo. Überhaupt ist das Programm eine gute Mischung aus Dynamik und ruhigeren Stücken, in denen man Stecknadeln fallen hören könnte. „Verschwende deine Zeit“ ,“Hey“, „Flugangst“, „Grau grau grau“, „Kräne“, Sommertag. Der Song „Neues Jahr“ bekommt an diesem Abend eine sehr schöne Krautrockversion verpaßt, was konkret bedeutet, Gisbert nimmt mit der Gitarre Platz und eine extended version baut sich auf. Das Hauptprogramm beschließt „Gespenster“.

Nach kurzer Pause unter tosendem Applaus beginnt der ausgedehnte Zugabenteil des Abends, der noch einige Sahnestückchen bereithält: Zunächst spielt Gisbert den „Cowboy“ mit Gunnar Ennen am Pedal Steel. Dann widmet er „Der Blick in deine Augen“ als Liebeslied an alle Anwesenden und verweist auf die zum Lied passende Farbe (rosa!) seines neuen Gitarrengurts.
Der eigentliche Höhepunkt des Abends folgt, mit der Koppruch-Knyphausen-Allstars-Band : „Die Aussicht“, „Knochen und Fleisch“ werden mit Nils Koppruch als Frontmann gespielt, was neben dem Hörgenuß ein wunderbarer Anblick ist. Für Gisbert mögen ausverkaufte Hallen inzwischen selbstverständlich sein, Nils Koppruch merkt man die Freunde über die Publikumsfülle an.

Eine weitere Zugabe wird lautstark eingefordert mit polternden Schlägen auf die Bühne, es klirren sogar splitternde Flaschen. Gisbert besänftigt die Forderung mit dem solo gespielten Stück „Dreh dich nicht um“. Nach „Seltsames Licht“ verabschiedet sich die Band dann entgültig von der Frankfurter Bühne.

Was für ein euphorischer Abend! Und wer die Muße hatte noch ein Weilchen zu bleiben, bekam am Merch-Stand vom bestens gelaunten Nils Koppruch noch ein CARUSO-Poster mit Autogramm geschenkt.

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