Gespaltene Ansichten – der HANS 2010

HANS 2010 © NDR

Vor einigen Tagen wurde im Hamburger Grünspan der Musikpreis HANS verliehen – ein Medienevent, das die Interessengemeinschaft Hamburger Musikindustrie IHM und die Stadt Hamburg 2009 ins Leben riefen. Anläßlich der diesjährigen Preisvergabe wurde deutlich, wie gespalten die Hamburger Kulturszene den Preis annimmt. Die Hamburger Musikindustrie feiere sich selbst, betreibe Imagepolitur und wolle dem Standortkonkurrenten Berlin trotzen, heißt es.
Aus Dutzenden von Nominierten wurden diesjährig die Preisträger in acht Kategorien ermittelt. Die einen freuten sich aufrichtig über die undotierte Anerkennung oder zeigten sich zumindest als dankbare Empfänger vor den Kameras. Die anderen nutzten ihren Auftritt im Stil von „punk´s not dead“, mimten die Rebellen und zerstörten Bühneninventar oder die Trophäe mit der Axt.

Inzwischen haben sich Teilnehmende und Zaungäste einmal kräftig auf- und dann wieder abgeregt. Schließlich ist die Halbwertzeit von Informationen und Ereignissen kurz, und in 10 Tage fließt eine Menge Geschwätz durch den Strom der multimedialen Flut.
Alle Beteiligten haben ihren Auftritt in Presse, Print und Netzwelt bekommen. Unter Publicity-Aspekten ein guter Erfolg. Als Dringende Empfehlung für zukünftigen HANS-Events sei eine  Taschenkontrolle am Eingang empfohlen, Äxte sollten draußen bleiben.

Bevor sich der Staub auf die verbliebenen sieben Trophäen in den Regalen der Gekürten legt, soll hier am Rand einfach die Gestaltung des Preises designed by Nils Koppruch gewürdigt werden.

Die HANS-Trophäe erinnert an Koppruchs Stilleben oder Blumenbilder, in denen Gegenstände ein Eigenleben zu führen scheinen. Ästhetisch ein typischer SAM., der schlicht aber selbstbewußt, mit Reduktion auf das Wesentliche sein Sendungsbewußtsein in die Welt trägt. Das Objekt hat zudem, genau wie einige der Koppruch-Songs einen „Gebrauchswert“: der Mini-Lautsprecher kann als Verstärker tatsächlich in Betrieb genommen werden. Klug erdacht und formschön umgesetzt!

Bei der Recherche zur HANS-Verleihung 2010 stolpert man unter Umständen auch über diesen Satz im Tocotronic-Forum

„Man zerstört nichts, was Nils Koppruch gemacht hat!
Gehört sich einfach nicht.“

Jawoll.

 

 

 

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