Offenburg feierte Nils Koppruch & den Wald

Fotos mit freundlicher Genehmigung von © Frank Zimper

Herausragend auf der kleinen Herbsttour von Nils Koppruch & Der Wald verlief das Konzert am 07.10.  in Offenburg. Nils Koppruch konstatiert einleitend: „Es kommen heute  viele Details zusammen, die einen guten Abend ausmachen. Und zwar hat man uns versprochen, den besten Tontechniker der Welt da zu haben. Dann hat man uns versprochen, das beste Publikum der Welt hier zu haben. … Und wir haben dann behauptet, die beste Band zu sein“.
Augenzwinkernden Übertreibungen dieser Art hätte es kaum bedurft, denn im Spitalkeller steppte der Bär – längst bevor der Warm-up-Song „Armer Junge weint, armes Mädchen auch“ gespielt war.

Die Presse schreibt ja gerne, Herr Koppruch verstehe sich gut darauf, geschichtenerzählend schöne Lieder zu schreiben. Das Live-Publikum, sofern es die Gunst der Stunde nutzt, mit Zuspruch nicht geizt und auf eine wohltemperierte Stimmung trifft, darf auch ab und an erleben, dass der Herr Koppruch weitere Geschichten im Gepäck mitführt, die von Abend zu Abend neue Facetten gewinnen oder wie Seemannsgarn umgedichtet werden. Das sind die kleinen Fußnoten der Songs, die staubtrockenen Humor aufwirbeln, auf die sowohl Lachen als auch Husten eine adäquate Reaktion wäre.

Die besten Geschichten des Abends:

“ Das nächste Stück ist ein ornitologisches Lied, es hat mit Naturbeobachtung zu tun, Sexualität, Verlustängsten… – und mit der Aussichtslosigkeit Musiker zu sein. – „Mein einziges Lied“

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„Dies hier ist ein Lied, das wir für das Berufsinformationszentrum in Hamburg geschrieben haben für die Sparte „Musikant“. Die wollten nicht nur eine Broschüre haben, sondern sie wollten auch gerne was Akustisches haben. Und dann haben sie mich gefragt, ob ich sowas nicht machen könnte, ich wär ja schon lange ….. äh …. unterwegs! Und zufällig auch noch Musiker. Ja, ja mach ich gern, hab ich gesagt. Dann haben wir das auch gemacht  – und jetzt hoffen wir, dass es in Zukunft … ein paar weniger Bands gibt. – „CARUSO“

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„Das nächste Lied ist eins, das 2000 Jahre alt ist – sehr alt. Ich hab es geschrieben auch als eine Art Auftragsarbeit, als sie damals den Film „Quo vadis“ gedreht haben. Und zwar für folgende Szene: Die Löwen sind schon hungrig in der Arena, die Christen in Bettlaken eingehüllt sitzen unten im Kerker und warten jetzt darauf … naja … ihrem Schicksal ins Auge zu sehen und sie singen erbauliche Lieder. Auch ich hab eins eingereicht dafür. Ich hatte das als Fussballhymne angelegt, ja … den Rhythmus ein bisschen rausgenommen und …. Außerdem soll es ein wenig unseren CD-Verkauf ankurbeln. Also es ist wirklich ein gut gelungenes Lied geworden.  – „Noch nichts ist verloren“

Die Offenburger haben Nils Koppruch & Den Wald mit Jubel und offenen Armen empfangen und hätten ihn wohl auch am liebsten nicht mehr weiterziehen lassen. Und das nicht allein wegen der unterhaltsamen Ansagen sondern vor allem wegen eines großartig gespielten Konzerts.

(Dank auch an Uli Teute!)

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