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CARUSO und DEN TEUFEL TUN werden in Vinyl veredelt

Für alle Vinyl-Liebhaber und akustischen Gourmets unter den Nils Koppruch und FINK-Fans fügt das Label Grand Hotel van Cleef  den großartigen Tribute-Veröffentlichungen  des kommenden August (nota bene: ab 22.08.14 bei Trocadero) noch ein Sahnestückchen hinzu.

Am 8.August 2014  erscheinen die Alben CARUSO und DEN TEUFEL TUN erstmalig als Vinyl-LPs. Wer sie jetzt im Shop bei GHvC  vorbestellt, erhält die Lieferung bis zum Veröffentlichungstermin. Die LPs kosten 15€, ein mp3-Download-Code ist inbegriffen.

GHvC

Das Wesentliche dieses Post wäre damit gesagt. –

Dennoch:

Wer die Solo-Wege von Nils Koppruch nach 2007 ein wenig mit verfolgt hat wird nachvollziehen können, welchen holprigen Weg besonders das Album „Den Teufel tun“ nehmen musste, bis es heute, quasi wie aus dem Staub, wieder als Vinyl zu Gold werden durfte. Nachdem die Plattenfirma  V2, die das Album ursprünglich veröffentlicht hatte, im Jahr 2007 verkauft wurde, wanderten Restbestände des Albums und die Urheberrechte an den aufkaufenden Konzern Universal Music. Nils selber witzelte manches Mal, sie hätten die restlichen CDs wohl in den Schredder gesteckt. Es war von dem Zeitpunkt an jedenfalls nicht mehr im Handel erhältlich. Dem gemeinsamen Bemühen von GHvC und Wintrup-Verlang ist es zu verdanken, dass das Album dann im Dezember 2010 wieder als CD veröfffentlicht werden konnte, hier der Bericht dazu in diesem Blog.

In einem besseren Sinn kann man den Teufel nicht tun!

An dieser Stelle ein riesiges Danke an die kleinen und doch so engagierten Hamburger Label Grand Hotel von Cleef und Trocadero, die sich nach Kräften und mit Herzblut dafür einsetzen, Nils Koppruch ein umfangreiches und würdiges Denkmal zu setzen.


Tribute-Album: Vorfreude auf 28 Koppruch-Interpretationen

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NILS KOPPRUCH / KID KOPPHAUSEN

A Tribute to Nils Koppruch + FINK
Knapp zwei Jahre nach Nils Koppruch´s plötzlichem Tod und dem Kid Kopphausen Album “I” gibt es gute Neuigkeiten:

Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band spielen einige Konzerte im Sommer:

16.07. Leipzig – naTo

17.07. Erlangen – E-Werk

18.07. CH Bern – Gartenfestival

19.07. CH Zürich – Oh See a Festival

27.07. Eltville-Erbach – Heimspiel Knyphausen

Und das Label Trocadero veröffentlicht am 22.8. ein Tribute-Doppelalbum mit 28 exklusiv eingespielten Interpretationen u.a. von Halma feat. Martin Wenk, Peta Devlin & Ecki Heins (Cow), Tim Neuhaus, Olli Schulz & Band, Kettcar, Fehlfarben, Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert, Moritz Krämer & Francesco Wilking (Die Höchste Eisenbahn), Locas in Love, daantje & the golden handwerk, Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, sowie auch eine umfassende, limitierte Werkschau-Box zu Nils Koppruch + FINK.
Ausführliche Infos in Kürze hier und auf der Trocadero Facebook-Seite.

 


Nils Koppruch: Werkschau-Box und Tribute-Album kommen!

Der Sommer kommt, die Kirschen bestimmt auch, ein paar Spatzen pfeifen es von den Dächern und somit wir lassen die Katze aus dem Sack …

Aus autorisierter Quelle stammen die folgenden Informationen, die euch die kommenden Sommertage versüßen und den Herbst herbeisehnen lassen:

„Knapp zwei Jahre nach Nils Koppruch´s plötzlichem Tod und dem Kid Kopphausen-Album „I“ gibt es gute Neuigkeiten: Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band spielen einige Konzerte im Sommer, und Trocadero veröffentlicht im Vorfeld zweier Tribute-Konzerte ein Tribute-Doppelalbum, sowie eine umfassende, limitierte Werkschau von Nils Koppruch + FINK. 

Mehr Infos in demnächst unter www.trocadero-home.com 

 

K O N Z E R T E

A Tribute to Nils Koppruch + FINK

Tim Neuhaus Duo, Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, Locas In Love, u.a.

2.9. Übel & Gefährlich, Hamburg

 

A Tribute to Nils Koppruch + FINK

Click Click Decker, Gisbert zu Knyphausen, Torpus & The Art Directors, Sven Bünger, u.a. 

3.9. Knust, Hamburg

Vorverkauf: 

Konzerttickets gibt es ab Mitte Juni  e x k l u s i v  nur als Hardtickets über den GHVC-Shop (www.ghvc-shop.de) für 20 € je Konzert zzgl. VVK-Gebühr + Versand. …“

 

V E R Ö F F E N T L I C H N G E N

Den Termin 22.08. 2014 sollte man sich unbedingt vormerken, denn es werden gleich zwei Veröffentlichungen aus dem Hause Trocadero/Indigo erscheinen.

1. Die Nils Koppruch + FINK: Werkschau 

Die ist eine Digibox mit 12 CDs und einem 152 seitigen Buch. Inhalt sind die neun Studioalben, das DoppelCD -Tributealbum (s.u.) und eine CD mit unveröffentlichtem Material & Raritäten.  Es wird diese Box als limitierterte Edition mit einer Auflage  von 2000 Stück geben. (VÖ: 22.8. Trocadero / Indigo)

 

2. A Tribute to Nils Koppruch + FINK 

Das 2-CD-Album ist auch unabhängig von der Werkschaubox erhältlich. Das klappbaren Digipak gibt es mit Booklet. Viele befreundete Musiker haben Versionen der FINK und Koppruch-Songs dafür eingespielt. Exklusive Beiträge gibt es u.a. von Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, Niels Frevert, Gisbert zu Knyphausen, Fehlfarben, Kettcar, Tim Neuhaus, Click Click Decker, Olli Schulz & Band, Sven Bünger, Locas in Love, Halma, Schöftland,  u.v.m.! (VÖ: 22.8. Trocadero / Indigo)

Herzlichen Dank an Trocadero, Rüdiger Ladwig und alle Mitwirkenden, dass ihr das möglich machen könnt!!


Der Vogel singt nur …

 

© Kerstin Schomburg

Interviews verlaufen manchmal nach dem Motto: „Der Vogel singt nur bis du nach ihm greifst.“ Also steckt man Fragen besser wie kleine Zweige in einen Baum und wartet, bis der Vogel sich drauf niederläßt. So in etwa sind die folgenden Antworten auf neugierige, nicht allzu private, sachbezogene Fragen an Nils Koppruch entstanden. Lauscht:

  • Rückblick – Ausblick: Wie war die bisherige Resonanz auf „Caruso“ und auf den Konzerten? Was wünscht du dir musikalisch für 2011/12?

Soweit ich das verfolgen konnte, ist Caruso weitgehend wohlwollend aufgenommen worden. Das Album hat gute Kritiken bekommen, die Plattenfirma sagt, sie ist zufrieden mit den Verkäufen.

Die Konzerte mit der Band, die sich jetzt „DER WALD“ nennt, waren allesamt  besonders schöne Abende. Es waren möglicherweise zwei, drei der besten Konzerte  die ich / wir  in den letzten 10 Jahren gespielt haben.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen, wir würden ein paar mehr Menschen für die Konzerte interessieren können. Das würde einiges erleichtern und auch ausgedehntere Touren möglich machen.

Zur  Zeit arbeite ich an neuen Songs, sowohl für Nils Koppruch & DER WALD, aber auch für ein gemeinsames Projekt mit Gisbert zu Knyphausen. Gisbert und ich werden im nächsten Jahr ein gemeinsames Album veröffentlichen.

Außerdem bereite ich gerade eine Ausstellung mit dem Titel „SEEMANNSHEIM 2“ vor.

  • Aus den schlichten Arrangements von „Den Teufel tun“ sind teilweise überraschend füllige, teils rockige Live-Versionen geworden. Wer war der wesentliche Motor, die Stücke heute so zu arrangieren? Entwickelt sich das aus der Zusammenarbeit mit anderen Musikern oder wolltest in erster Linie Du die Stücke so verändern?

Ich betrachte meine Songs als etwas, das sich verändern darf und sollte. Es würde für mich keinen Sinn machen einen Song  „nach zu stellen“. Die Songs sollten sich mit der Band, dem Sänger, der Zeit etc. verändern dürfen. Natürlich spielt dabei die Zusammenarbeit mit anderen Musikern eine wichtige Rolle.

Unter Berücksichtigung der Musiker mit denen ich spiele geht die Initiative allerdings überwiegend von mir aus. Ich bin einfach interessiert daran wie  weit ich die Songs strapazieren kann und wie sie sich durch eine andere Tonart, ein neues Arrangement, eine andere Besetzung verändern und wie sie sich dadurch auch in ihrer Bedeutung / Aussage verändern.

  • Welche wesentlichen Eigenschaften muss jemand mitbringen, damit deine Zusammenarbeit mit ihm gut funktioniert? (nicht nur musikalisch gesehen)

Oha, da habe ich keinen Kanon oder Katalog.  Es funktioniert oder es funktioniert nicht.  Und ich habe mich da schon oft getäuscht.

  • Touren ist sicher oft wie Wanderzirkus-Dasein. Bist du nach all den Jahren noch gerne unterwegs, neugierig auf Städte und Leute?

Ja, bin ich. Es ist immer eine sehr intensive und auf die Musik fokussierte Zeit. Und selbst wenn ich von einzelnen Städten, Orten und Menschen manchmal nicht viel mitbekomme, ist allein die Bewegung, der Rhythmus des Reisens und die manchmal extremen Veränderungen von Tag zu Tag, Abend zu Abend inspirierend und spannend.

  •  Wie kam es zur Neubesetzung der Gitarre mit Marcus Schneider?

Ich hatte mit mehreren Gitarristen gesprochen und geprobt, schließlich fiel die Wahl auf Marcus weil es sich am  besten und sichersten anfühlte. Natürlich war die Einschätzung von „DER WALD“ aber ebenso wichtig.

Marcus ist ein sehr, sehr guter Musiker, der durch seine Arbeit  in anderen Bands und durch seine Erfahrungen als Produzent, Tonmischer etc. einen weiten Horizont als Musikschaffender mitbringt. Auch stilistisch hat Marcus viele Möglichkeiten ohne dabei dem klassischen Klischee des „Muckers“ zu entsprechen.

  • Du sagst, du bist auf der Suche nach dem ultimativen Lied, das die Welt erklärt. Mit welchem Song bist du dem Ziel bislang am nächsten gekommen? Gibt es für dich einen Musiker, der so etwas schon mal geschafft hat?

Ich betrachte das mehr als eine Idee, als eine tatsächliche Möglichkeit. Meine grundsätzliche Motivation beim Schreiben ist allerdings schon, eine möglichst universelle Aussage zu machen. Eine möglichst zeitlose Wahrheit  in den Dingen die mich beschäftigen zu finden und diese möglichst gut in Text und Musik zu formulieren. Anders gesagt: Ich versuche die unverständliche Welt um mich in Worte zu fassen.

  • Was macht Musik aus, die dir persönlich gefällt, die dich anspricht/erreicht?

 Sie muss irgendeinen Haken haben, an den ich anbeiße. Und ich muss sie entdecken können.

  • Stichwort „Paul McCartney-Methode“: Entstehen deine Songs/Ideen als Spontangeburten in wenigen Stunden oder gehst du mit einer Idee lange „schwanger“? Was überwiegt?

Eher weniger Spontangeburten. Kommt vor, ist aber selten. Meistens doch erst der natürliche Weg mit Schwangerschaft, Geburt, Erziehung, Lehre, Studium und dann, wenn’s gut geht Veröffentlichung.

  • Vögel spielen in deinen Lieder oft eine Rolle: z.B. „mein einziges Lied“, Der Bandname FINK, „der Vogel singt nur bis du nach ihm greifst“. Du hast vor kurzem Tom Waits zitiert: einen guten Song schreiben sei wie einen kleinen Vogel lebendig einzufangen … Wieso sind Vögel so zentral, welche Eigenschaften verbindest du mit ihnen?

 Vögel singen ohne Anspruch. Und sie fliegen! (also die meisten)

  • Welche Beziehung hast du zum Medium Internet und sozialen Netzwerken?

Es ist ein Fluch und ein Segen! Ich versuche mich  vor dem Gefühl zu schützen, ständig verfügbar und erreichbar zu sein / sein zu müssen. Die Flut von Informationen, Anforderungen, Angeboten, Anfragen und dazu der ganze Spam macht mich nervöser als ich sein sollte.

  •  Schaust du gern in deinen (Mail)- Briefkasten?

Meistens eher nicht. Außer ich erwarte konkrete gute Nachrichten.

  •  Musik wird immer stärker in mp3-files/Downloads konsumiert. Als Musiker denkt man sicher in Alben-Konzepten. Siehst du den Tod des klassischen Albums/physischen Tonträgers bevorstehen? Würde dir Musikmachen noch Freude bringen und sich rentieren, wenn diese Tendenz anhält?

Musik machen hat ja erstmal nichts mit der Form der Veröffentlichung zu tun. Musik machen wird mir sicher auch weiter Freude machen. Und wenn es eine Sammlung von Songs gibt, die  aus guten Gründen die Form einer Sammlung (Album) haben sollen, dann wird auch das sicher irgendwie möglich sein.

Vielleicht werden sich auch  zukünftig andere spannende Möglichkeiten der Veröffentlichung bieten.

  • Für mich zentral: „Den Himmel sehn wir uns an hier und jetzt“, „davor ist nichts und danach“ – Dahinter steht eine atheistische, sogar nihilistische Grundhaltung. Du giltst als gelassen, nicht verhaftet an materielle Dinge oder Eitelkeiten. Aber auf der Suche nach der Essenz.   Gibt es etwas, dass deine Lebenseinstellung wesentlich geprägt hat? Dein Lebensumfeld, bewusstseinserweiternde Erfahrungen? Hast du dich mit bestimmten Philosophien oder Religionen jemals intensiver beschäftigt?

Zum ersten Teil der Frage : Ganz sicher! Zum zweiten Teil der Frage : Ja, Nee.

  •  Luxus ist für dich …?

Luxus habe ich noch nie begriffen. Ist das eine knappe Resource , die mich durch ihren Besitz glücklicher als die anderen macht? Falls Luxus mich glücklich machen kann, bin ich auf alle Fälle dafür.

  • Tino Hanekamp hat den Pressetext zu deinem Album „Caruso“ verfaßt. Du bist als Musiker regelmäßig im Ü&G zu Gast. In seinem Buch „Sowas von da“ kommst du am Rande auf einer Setlist vor. Wenn das Buch verfilmt würde und man dir eine Rolle einräumte– würdest du sie als Schauspieler annehmen?

Ehrlich gesagt habe ich da keine Ambitionen. Als Abenteurer würde ich  dann einfach die Rolle nehmen die man mir zuweist.

*Abschließend  an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Nils für die Einblicke & Ausblicke und das bereitwillige & geduldige Beantworten der Fragen! *


Verlosung

Es gibt sie wirklich, die legendäre CARUSO Halspastille! Und ihr könnt sie kosten. Das Konterfei des Schutzpartons der Musiker wurde von Nils auf den Dosen etwas verziert und die werden jetzt auf der Facebookseite Nils Koppruch Support verlost. Kleine Aufgabe für Euch: Postet dort im Kommentarfeld euer Lieblingszitat aus einem Koppruch-Liedtext, FINK-Texte sind selbstverständlich inbegriffen!
Die Verlosung endet am 11.07. um 13:00 Uhr. Unter allen Teilnehmern verlosen wir dann 3×1 Dose. Viel Erfolg!


Konfetti und Applaus! Nils Koppruch & Gäste im Knust

Das KNUST war bereits gut besucht, als Nils Koppruch gegen 21:00Uhr die Bühne betrat und seinen Gast, die One-Man-Vorband „Daantje & the golden handwerk“ aka Joachim Zimmermann persönlich vorstellt. Das Hamburger Publikum zollte ihm von den ersten Takten an konzentrierte Aufmerksamkeit. Es brauchte „Nicht viel“ an diesem Abend, um glücklich zu sein. Daantje, ausgerüstet mit einem Post-it als Setliste, etwas Mineralwasser und einer akustischen Gitarre schien beim überraschten Blick über den Brillenrand angesichts der vollen Bude seinen Augen selber kaum zu trauen. „Ihr seid so ruhig!“ stellte er zwischendurch ungläubig fest. Der Standard-Satz, mit dem sich Support-Acts gelegentlich für das unhöfliche Gequassel ihres Publikums entschuldigen, also: „Ich weiß ja, eigentlich wartet ihr ja auf Nils Koppruch“, war leicht überflüssig, denn was der sympathische Stuttgarter trotz Krampf in der linken Hand minimalistisch auf die Bühne brachte wurde bejubelt und mit Zugabe-Wünschen quittiert.

 

daantje & the golden handwerk 

Setlist "nicht viel"

Gut vorgewärmt gibt Nils Koppruch & Der Wald dann das Hauptprogramm. Der Beipackzettel (s.u.) kürzt ab, was in Worten zu langatmig wäre. Man ließ die Sache erstmal gemach angehen, aber bereits beim Song „Caruso“, den Nils als aufklärende Berufsberatung ankündigt, ist richtig Schmiss im Spiel. Der Refrain „Feuerwerk und Rauch“ zündet akustische Pyrotechnik. „Das nächste Lied spielen wir solange, bis sich mindestens drei Pärchen küssen“. Leider fiel „Komm küssen“ dann  recht knapp aus, denn Nils meinte (und der muß es ja wissen): „Die Hamburger sind schnelle Küsser. Wir haben das Lied schon mal eine Viertelstunde gespielt …  in Braunschweig.“

Das nächste Highlight bildet definitiv „Shuffle und Kompott“, es swingt herzerfrischend und wenn Oliver Stangl am Pedal Steel elegant mit den Hülsen schwooft und gemeinsam mit Bassman Lars Paetzelt ins Mikro trällert „… er macht Feuer und bewacht den Topf“ gerät der Most so richtig in Gärung.

Die schwer groovende Live-Version von „Den Teufel tun“ hat mit dem meditativ-bedächtigen Album-Track nicht viel gemein, jedenfalls geht sie in die Beine.  Bei „Talking Darum Blues“ ist froh, wer gerade ein Bier in Reichweite hat, um sich einen tiefen Schluck auf das Leben und den Tod zu genehmigen. Trommler Christoph Kähler treibt die Geschwindigkeit mächtig an, so lauscht man bei „Mit eigenen Augen“ , gespannt, ob Nils beim Singen von Textzeilen wie „mit dir an einem neuen Morgen will ich auf die Sonne warten“ wie eine Schwalbe über´s Wasser jagt oder sich doch eher am Ufer verfängt. Jedenfalls hat die Nummer etwas vom Koffein-Kick eines Instant-Kaffee.

Zwischen den Songs schickt Nils ein paar Grüße ins Publikum für die anwesenden Musiker, die bei der Produktion des CARUSO-Albums geholfen hätten (- er selber habe ja kaum was dran gemacht-) und bedankt sich beim Label Grand Hotel van Cleef für die Neuauflage der unlängst vergriffenen CD „Den Teufel tun“.

Für die Songs  „Knochen und Fleisch“ sowie „Die Aussicht“ wird dann Überrraschungsgast Nr. 2 auf die Bühne gebeten, wobei dieser ja irgendwie doch erwartet wurde: Gisbert zu Knyphausen, der sich mit dem Auftritt quasi auch für Nils Besuch bei seinen jüngsten KNUST-Konzerten bedankt. Das Schöne an Live-Musik sind vor allem die unvorhergesehenen Momente: mitten im Song setzt Nils an zur Strophe „… ich sag dir vorher ist da nichts und danach“, schaut rüber zu Gisbert, lacht … und damit wäre der Text vergessen. Beim zweiten Anlauf in die Strophe klemmt der Text erneut. Den dritten Anlauf übernimmt Gisbert schnell entschlossen und bringt den Song nach Hause, was Nils ihm später mit einer Umarmung dankt.

Die Stimmung ist großartig, in den ersten Reihen wird ausgelassen getanzt, Freude auf und vor der Bühne. Die Band ist in Hochform, scheint Energie in Geschwindigkeit umzusetzen, denn alle folgenden Songs, besonders „Verrückt vor Liebe“  wirken irgendwie beschleunigt. Sogar Material wird an diesem Abend verschlissen: bei einem der letzten Stücke vor der Zugabe reißt eine Saite von Nils Gitarre!

Die Setlist endet, aber nach „Stadt in Angst“ ist natürlich längst nicht Schluß. Vier weitere Zugaben folgen z.B. „Staub und Gold“ in der ausgedehnten Kraut-Rock-Variante. Das Konzert gipfelt beim Song „JaJaJa“ , denn alle Musiker des Abends stehen  noch einmal auf der Bühne. Christoph Kähler verläßt das Schlagzeug um als Trio mit Gisbert und Daanje die swingende, klatschende Rhytmusgruppe zu bilden. Das Publikum steigt klatschend in den Rhythmus ein. Ein  einmaliges Bild, das das Konzert in einem grandiosen Finale abschließt. Zum Abschied spielt Nils solo noch den alten FINK-Klassiker „Kleines Grünes Haus“, ein Stück, das ursprünglich dem abgerissenen Club „Heinz Kramers Tanzcafé“ gewidmet war.

Was 400 Gäste am Samstag im vollen KNUST in Hamburg erlebten war auf jeden Fall tosenden Applaus wert und für künftige Shows mit Nils Koppruch & Der Wald sollte eine Tüte Konfetti mit ins Handgepäck! Weiterhin plädiert die hier Schreibende für eine Fortsetzung der Live-Konzerte, denn der Most ist dick, will sagen: es scheint sich herum zu sprechen (steigende Besucherzahlen!), daß man bei Koppruch-Konzerten eine wunderbare Packung Musik mitnimmt, die irgendwie und nachhaltig glücklich stimmt. Dranbleiben!

Das Auge hört mit! – Fotos © Astrid Mönch-Tabori


Frankfurt feiert die Knyphausen & Koppruch Allstars

Genau einen Tag vor dem Konzert mit Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch im Frankfurter Club „Das Bett“ wurde der Vorverkauf eingestellt. Der Club, der 450 Personen faßt, war ausverkauft. Seit Neueröffnung des „Bett“ im Gallusviertel haben das nur wenige Musiker geschafft. Bereits eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Konzertbeginn harrten die ersten Zuschauer in Hoffnung auf die besten Plätze vor verschlossenen Türen im Regen aus. Als das Konzert ziemlich pünktlich gegen 21:00Uhr begann, war die Halle dicht gefüllt.

Die allgemeine Unsitte, den Support als Untermalung der eigenen Konversation mit Mißachtung zu strafen, fiel diesmal komplett aus. Als Nils Koppruch die Bühne betrat und mit wenigen Worten sich und den ersten Titel „Vergessen, was ich wußte“ vorstellte, verstummten die Gespräche, die Aufmerksamkeit der Zuschauer war greifbar.
Nils begann den Abend mit „In die Stille“, einer Soloversion von „Kirschen“ , „Armer Junge weint …“ und „Den Teufel tun“. Koppruch, der gemeinhin auch nicht als extrovertierter Entertainer gilt, kommentiert: „Das nächste Stück ist ein Lied mit Gebrauchswert. Das hat in Frankfurt auch schon mal funktioniert. Es heißt: „Komm küssen“. Während des Songs läuft Nils die Bühne ab, bleibt hier und da stehen, spielt ins Publikum und erklärt während des Songs: „Man muß sich seine Verbündeten suchen, wo man sie findet“. Verbündete hatte es an diesem Abend zu Hauf.
Es folgt „Hund“ ein frühes Stücke von FINK. Nach „Mit eigenen Augen“ bekommt Nils Unterstützung von Gunnar Ennen am Keyboard, an der Gitarre Jens Fricke und Utz Wellmann am Schlagzeug. Zu Feier des letzten gemeinsamen Abends spielten sie die Première und eine wunderbare Version von „Billiger Trick“, das ursprünglich 1999 auf dem FINK-Album Mondscheiner erschien.

Mit „Stadt in Angst“ schloß Nils das Vorprogramm ab: „Komm Baby, sag mir, daß du deine Tür aufmachst, der Teufel jagt mir mit der Gabel nach…“ Die Frankfurter hatten ihm definitiv die Tür aufgemacht.

Nach kurzer Umbau-, Bier- und Pinkelpause legten die Knyphausener los. Und es ging ohne Umschweife richtig zur Sache mit „Herzlichen Glückwunsch“, „Freund von Clischées“, „Erwischt“, „Hurra Hurra so nicht““, „Morsches Holz“. Das Anmoderieren von Songs ist nicht Gisberts Stärke, Fans kennen das. Allenfalls lächelt er scheu in die Menge und sagt etwas wie: „ihr seid sehr nett!“ Und postwendend antwortet immer jemand aus dem Dunkel: „Du auch!“ Ja so ist das. Und dann heißt es meist: „Wir machen dann einfach mal weiter mit dem nächsten Stück„. Als da wäre „Gute Nachrichten“ und „So seltsam durch die Nacht“. Das Stück „Es ist still auf dem Rastplatz Krachgarten“ spielt Gisbert solo. Überhaupt ist das Programm eine gute Mischung aus Dynamik und ruhigeren Stücken, in denen man Stecknadeln fallen hören könnte. „Verschwende deine Zeit“ ,“Hey“, „Flugangst“, „Grau grau grau“, „Kräne“, Sommertag. Der Song „Neues Jahr“ bekommt an diesem Abend eine sehr schöne Krautrockversion verpaßt, was konkret bedeutet, Gisbert nimmt mit der Gitarre Platz und eine extended version baut sich auf. Das Hauptprogramm beschließt „Gespenster“.

Nach kurzer Pause unter tosendem Applaus beginnt der ausgedehnte Zugabenteil des Abends, der noch einige Sahnestückchen bereithält: Zunächst spielt Gisbert den „Cowboy“ mit Gunnar Ennen am Pedal Steel. Dann widmet er „Der Blick in deine Augen“ als Liebeslied an alle Anwesenden und verweist auf die zum Lied passende Farbe (rosa!) seines neuen Gitarrengurts.
Der eigentliche Höhepunkt des Abends folgt, mit der Koppruch-Knyphausen-Allstars-Band : „Die Aussicht“, „Knochen und Fleisch“ werden mit Nils Koppruch als Frontmann gespielt, was neben dem Hörgenuß ein wunderbarer Anblick ist. Für Gisbert mögen ausverkaufte Hallen inzwischen selbstverständlich sein, Nils Koppruch merkt man die Freunde über die Publikumsfülle an.

Eine weitere Zugabe wird lautstark eingefordert mit polternden Schlägen auf die Bühne, es klirren sogar splitternde Flaschen. Gisbert besänftigt die Forderung mit dem solo gespielten Stück „Dreh dich nicht um“. Nach „Seltsames Licht“ verabschiedet sich die Band dann entgültig von der Frankfurter Bühne.

Was für ein euphorischer Abend! Und wer die Muße hatte noch ein Weilchen zu bleiben, bekam am Merch-Stand vom bestens gelaunten Nils Koppruch noch ein CARUSO-Poster mit Autogramm geschenkt.


Im Wald gibt´s eine Lichtung, wo´ne Bühne für dich steht …

 

… so atmosphärisch könnte man die Location am Drususstein in der Mainzer Zitadelle beschreiben. Eine Oase im Grünen, sonnenbeschienen bis zur letzten Minute … vor dem Auftritt von Nils Koppruch und seiner Band beim 36.Open Ohr Festival. Dann gab es nicht „Irgendwann Regen“ sondern gleich und heftig! Stimmungskiller? Mitnichten! Ausgelassenes Barfußtanzen, Woodstock-Feeling und Schlammpogo verwandelte den Rasen ohne Grund in diesen schwarzen Teich und manche Textzeile spontan in neue Interpretation mit sumpfigen Tiefgang. Die unbändige und viel fotografierte Begeisterung an der Schlammspringerei wird der Band als auch dem Publikum in historischer Erinnerung kleben bleiben.

Auf der Bühne feierten Nils Koppruch und seine neue und doch altbewährten, sehr harmonisch wirkende  Band ein Comeback in vierköpfiger Besetzung. An Gitarren, Banjo, Pedal Steel Oliver Stangl, am Bass Lars Paetzelt und am Schlagwerk Christoph Kähler. Der durchweg fettere Bandsound gab den Songs des Solo-Albums „Den Teufel tun“ einen neuen Klang und ließ Fanherzen auch außerhalb der Schlammpampe höher schlagen.

Das Repertoire umfaßte ältere FINK-Stücke als da wären: eine großartige Version von „Talking Darum Blues“ als Opener, „Shuffle und Kompott“, „Das Liebste“ oder die Zugaben „Er Sieht sie an …“  und „Irgendwann Regen“. Stark vertreten war auch Nils Solo-Album mit den Stücken „Nicht die Bienen“,  „Komm küssen“, „Mein einzige Lied“, zwei vollkommen neu interpretierte Versionen von „Staub und Gold“ sowie „Den Teufel tun“. Hat man in den vergangenen Jahren diese Stücke live fast nur in One-Man-Band-Version hören können, wurde das musikalische Band-Spektrum gut ausgenutzt  und viele Stücke klangen vertraut und doch frisch und neu arrangiert. Wobei die Freude an der Variation eines Songs an sich schon zu den Qualitäten von Koppruch-Konzerten gehört und jeden (wiederholten) Konzertbesuch lohnenswert machen.  (Anm. der Autorin: dafür liebe ich Koppruch-Konzerte).

Etwa sieben der gespielten Stücke stammten vom neuen Werk alias „Caruso“. Ein Stück, „Hamburger Berg“ das einer Straße in Hamburg gewidmet ist, wurde explizit angekündigt, weiterhin waren zu hören: „Vergessen was ich wußte“, „Wissen mußt du es doch“, „Armer Junge weint, armes Mädchen auch“, „Die Ausssicht“, „Stadt in Angst“, „Kirschen (wenn der Sommer kommt)“. Auch „Wort im Wasser“, das Original zum englischen Titelsong des Films „Madboy“ wird auf „Caruso“ erscheinen. Der Themenkanon Sein, Sinn und Suche wird wohl den Schwerpunkt bilden und ein sehr starker Song „Vergessen was ich wußte“ hat sich als hitverdächtig bereits in Wort und Meldodie in offenen Ohren eingenistet.

Im Grunde hatten alle Beteiligten (außer vielleicht das Technik-Team aufgrund der Nässe?) an diesem Konzert ihre Freude. Treue Fans konnten ausgemacht werden, die versonnen im äußeren Bannkreis des Feuchtbiotops standen  und sogar kurze Streichölzer schwenkten. Denn: „ein Feuer krieg man immer damit an“ …  Ausgelassene Festivalisten performten ihre Daseinsfreude mit ausgiebiger Schlammschlacht, neugierige Zuhörer erfreuten sich an musikalischen Neuerungen und die Band selber wird wohl hoffentlich öfter besseres Wetter, aber selten ein so gutes Open Air Publikum antreffen.

Die Kamera hat ihre Regentaufe überstanden – hier die Fotos:


Nils Koppruch – Dachgartenkonzert unter guten Sternen

Dachgarten Ü&G: Nils Koppruch

 

Einen wunderbaren Abend unter klarem Sternenhimmel über der Silhouette von Hamburg erlebten etwa 150 Zuschauer: das Dachgartenkonzert am 15.08.2009 mit Nils Koppruch und Veranda Music.

Der Dachgarten des Übel & Gefährlich in knapp 40m Höhe öffnete seine Pforten, als  die Sonne sich bereits zur Ruhe setzte, sie hatte ja auch einen fleißigen Tag hinter sich. Ein frischer Wind vom Hafen, der Blick über die Lichter der Stadt und den Rummel, eine großartige Kulisse für admine als Hamburg-Neuling! weiterlesen


„Wohnzimmerkonzert“ mit Nils Koppruch im Druckluft Oberhausen

Es haben eigentlich nur noch die Couchsessel gefehlt, um die Wohnzimmeratmosphäre perfekt zu machen. Das Konzert im Druckluft war, was den Part von Nils Koppruch betrifft, ein kleines – aber ganz feines.

Die Vorband Alex Amsterdam spielte – entgegen meiner Vermutung – als Duo mit Simon Horn (Keyboard, Gesang) und Alexander Rosin (Gitarre, Gesang). Nachdem bis 21:30Uhr kein massiver Besucheransturm zu erwarten stand, legten sie los. Die beiden boten ihr Programm mit ungebrochenem Optimismus dar. Ihre Bemühungen Stimmung aufkommen zu lassen wurden mit angemessenem Applaus belohnt.

Als Nils anstimmte siedelten auch Gäste, die zuvor im Hof geblieben waren mit Stuhl und Getränk in den Raum um, es füllte sich und der allgemeine Aufmerksamkeitspegel stieg. Manche Gäste schienen persönlich bekannt und wurden von Nils namentlich begrüßt.
Der erste Teil der Lieder stammte weitestgehend vom Album „Den Teufel tun“: Nicht die Bienen (ursprünglich geschrieben für eine Jubiläums-Compilation der „Bear Family Records“) – Mein einziges Lied In die Stille Mit eigenen Augen – Komm Küssen – Oh du lieber Augustin (der ist natürlich nicht auf dem Album!) – Den Teufel Tun (in einer anderen Version mit verzerrten Klängen, hat was).

Natürlich durften Songs aus FINK-Zeiten nicht fehlen: Das Liebste – Immerhinda – Kleines grünes Haus – Vielleicht (sehr schön, hatte ich noch nie live gehört!) – So wie im Film (dTt) – Dies für Dich – Staub und Gold  (dTt) – Loch in der Welt (mein persönliches Highlight, super!) – Wort im Wasser (zu hören auf der HP unter Outtakes & Bootlegs)

Besonders erwähnenswert: ein noch  unbekanntes Stück, das Ständchen für Brecht „Einen Hut kaufen„. Zur Entstehung unten mehr.

Zwischen die Lieder streute Nils kleine Vorträge aus seinem Buch Dilettant, eine Bild- und Textsammlung mit vielen Auszügen aus seinem Arbeiten als Maler. Fiktive Briefe hieraus „An den Freund“, „An den Vater“, „An die Mutter“ sorgten für Lacher.

 

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Als Nils sich nach einer guten Stunde verabschieden wollte, forderten die Anwesenden nachhaltig Zugaben: Er sieht sie an – Ich kümmre mich darum (ihr wißt schon: Nasenhaarschere – aus Silber, Ast – mit Gabel, hellgoländer Krabbensalat  – in Rot, und Weiß …) – Noch nichts ist verlorn. Und wenn man schon so nett gebeten wird: „Komm, mach doch noch so ein, zwei …!“ dann geht auch noch was: Jajaja und zuletzt Hund.

 Zwei Videos hab ich von diesem Abend mitgebracht – der erste Song „Einen Hut kaufen“ entstand anläßlich des Festivals B-Sides, einer mehrtägigen Veranstaltung in Augsburg zum 111.Geburtstag Berthold Brechts. Nils war neben andern namenhaften, deutschen Musikern am 19.02.09 dort eingeladen. Auflage für alle Beteilgten war die Hausaufgabe, ein Ständchen für Brecht zu schreiben. Dieses Lied ist also recht frisch, gibt es auf keinem Tonträger und wurde bislang nur wenige Male live gespielt:

Das zweite Stück „Immerhinda“ erschien auf dem Album FINK (2001):

Alles in allem ein sehr netter Abend mit einem gut gelaunten Nils Koppruch, der locker und sehr sortiert durch das Programm navigiert. Was mir immer wieder besonders gut gefällt ist, daß viele Lieder bei Live-Konzerten einen neuen Schliff bekommen und Nils Details variiert. Das macht es spannend und lohnenswert, auch in oft gehörten Stücken neue Facetten zu entdecken.

DANKE für den wunderschönen Abend!


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