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CARUSO und DEN TEUFEL TUN werden in Vinyl veredelt

Für alle Vinyl-Liebhaber und akustischen Gourmets unter den Nils Koppruch und FINK-Fans fügt das Label Grand Hotel van Cleef  den großartigen Tribute-Veröffentlichungen  des kommenden August (nota bene: ab 22.08.14 bei Trocadero) noch ein Sahnestückchen hinzu.

Am 8.August 2014  erscheinen die Alben CARUSO und DEN TEUFEL TUN erstmalig als Vinyl-LPs. Wer sie jetzt im Shop bei GHvC  vorbestellt, erhält die Lieferung bis zum Veröffentlichungstermin. Die LPs kosten 15€, ein mp3-Download-Code ist inbegriffen.

GHvC

Das Wesentliche dieses Post wäre damit gesagt. –

Dennoch:

Wer die Solo-Wege von Nils Koppruch nach 2007 ein wenig mit verfolgt hat wird nachvollziehen können, welchen holprigen Weg besonders das Album „Den Teufel tun“ nehmen musste, bis es heute, quasi wie aus dem Staub, wieder als Vinyl zu Gold werden durfte. Nachdem die Plattenfirma  V2, die das Album ursprünglich veröffentlicht hatte, im Jahr 2007 verkauft wurde, wanderten Restbestände des Albums und die Urheberrechte an den aufkaufenden Konzern Universal Music. Nils selber witzelte manches Mal, sie hätten die restlichen CDs wohl in den Schredder gesteckt. Es war von dem Zeitpunkt an jedenfalls nicht mehr im Handel erhältlich. Dem gemeinsamen Bemühen von GHvC und Wintrup-Verlang ist es zu verdanken, dass das Album dann im Dezember 2010 wieder als CD veröfffentlicht werden konnte, hier der Bericht dazu in diesem Blog.

In einem besseren Sinn kann man den Teufel nicht tun!

An dieser Stelle ein riesiges Danke an die kleinen und doch so engagierten Hamburger Label Grand Hotel von Cleef und Trocadero, die sich nach Kräften und mit Herzblut dafür einsetzen, Nils Koppruch ein umfangreiches und würdiges Denkmal zu setzen.

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Tribute-Album: Vorfreude auf 28 Koppruch-Interpretationen

Bild

NILS KOPPRUCH / KID KOPPHAUSEN

A Tribute to Nils Koppruch + FINK
Knapp zwei Jahre nach Nils Koppruch´s plötzlichem Tod und dem Kid Kopphausen Album “I” gibt es gute Neuigkeiten:

Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band spielen einige Konzerte im Sommer:

16.07. Leipzig – naTo

17.07. Erlangen – E-Werk

18.07. CH Bern – Gartenfestival

19.07. CH Zürich – Oh See a Festival

27.07. Eltville-Erbach – Heimspiel Knyphausen

Und das Label Trocadero veröffentlicht am 22.8. ein Tribute-Doppelalbum mit 28 exklusiv eingespielten Interpretationen u.a. von Halma feat. Martin Wenk, Peta Devlin & Ecki Heins (Cow), Tim Neuhaus, Olli Schulz & Band, Kettcar, Fehlfarben, Gisbert zu Knyphausen, Niels Frevert, Moritz Krämer & Francesco Wilking (Die Höchste Eisenbahn), Locas in Love, daantje & the golden handwerk, Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, sowie auch eine umfassende, limitierte Werkschau-Box zu Nils Koppruch + FINK.
Ausführliche Infos in Kürze hier und auf der Trocadero Facebook-Seite.

 


Nils Koppruch: Werkschau-Box und Tribute-Album kommen!

Der Sommer kommt, die Kirschen bestimmt auch, ein paar Spatzen pfeifen es von den Dächern und somit wir lassen die Katze aus dem Sack …

Aus autorisierter Quelle stammen die folgenden Informationen, die euch die kommenden Sommertage versüßen und den Herbst herbeisehnen lassen:

„Knapp zwei Jahre nach Nils Koppruch´s plötzlichem Tod und dem Kid Kopphausen-Album „I“ gibt es gute Neuigkeiten: Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band spielen einige Konzerte im Sommer, und Trocadero veröffentlicht im Vorfeld zweier Tribute-Konzerte ein Tribute-Doppelalbum, sowie eine umfassende, limitierte Werkschau von Nils Koppruch + FINK. 

Mehr Infos in demnächst unter www.trocadero-home.com 

 

K O N Z E R T E

A Tribute to Nils Koppruch + FINK

Tim Neuhaus Duo, Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, Locas In Love, u.a.

2.9. Übel & Gefährlich, Hamburg

 

A Tribute to Nils Koppruch + FINK

Click Click Decker, Gisbert zu Knyphausen, Torpus & The Art Directors, Sven Bünger, u.a. 

3.9. Knust, Hamburg

Vorverkauf: 

Konzerttickets gibt es ab Mitte Juni  e x k l u s i v  nur als Hardtickets über den GHVC-Shop (www.ghvc-shop.de) für 20 € je Konzert zzgl. VVK-Gebühr + Versand. …“

 

V E R Ö F F E N T L I C H N G E N

Den Termin 22.08. 2014 sollte man sich unbedingt vormerken, denn es werden gleich zwei Veröffentlichungen aus dem Hause Trocadero/Indigo erscheinen.

1. Die Nils Koppruch + FINK: Werkschau 

Die ist eine Digibox mit 12 CDs und einem 152 seitigen Buch. Inhalt sind die neun Studioalben, das DoppelCD -Tributealbum (s.u.) und eine CD mit unveröffentlichtem Material & Raritäten.  Es wird diese Box als limitierterte Edition mit einer Auflage  von 2000 Stück geben. (VÖ: 22.8. Trocadero / Indigo)

 

2. A Tribute to Nils Koppruch + FINK 

Das 2-CD-Album ist auch unabhängig von der Werkschaubox erhältlich. Das klappbaren Digipak gibt es mit Booklet. Viele befreundete Musiker haben Versionen der FINK und Koppruch-Songs dafür eingespielt. Exklusive Beiträge gibt es u.a. von Gisbert zu Knyphausen & Kid Kopphausen Band, Niels Frevert, Gisbert zu Knyphausen, Fehlfarben, Kettcar, Tim Neuhaus, Click Click Decker, Olli Schulz & Band, Sven Bünger, Locas in Love, Halma, Schöftland,  u.v.m.! (VÖ: 22.8. Trocadero / Indigo)

Herzlichen Dank an Trocadero, Rüdiger Ladwig und alle Mitwirkenden, dass ihr das möglich machen könnt!!


Eins und eins macht 5 – Resumée zur Kid Kopphausen Honeymoon-Tour

Die Flitterwoche einer vielversprechenden Musiker-Ehe auf Zeit, die erste Tour zum Release des Albums „I“ liegt hinter Kid Kopphausen (11.-17. September).  Die zahlreichen Anspielungen zur affärenhaften Beziehung zwischen Gisbert zu Knyphausen und Nils Koppruch kann man nun belustigt oder belästigt aufnehmen. Immerhin wurden sogar beide Nachnamen miteinander verknüpft. Jedenfalls ist dies doch ein amüsantes Bild für die Liaison, über das selbst die beiden Protagonisten in den Pressevideos witzeln.

Aber jenseits aller Albernheiten: Was macht eine gute Beziehung eigentlich aus? Jeder Partner ist für sich zwar eine eigenständige Persönlichkeit, kann unabhängig sein und arbeiten, hat sein eigenes Aktionsfeld. Dennoch entscheidet man sich, zusammen zu sein, weil sich neue Perspektiven oder Horizonte erschließen.  Man sich öffnet für neue Ideen und wagt, Dinge anders  anzugehen als gewohnt. Die Qualität der Begegnung ist von der Dauer unabhängig. So lange es gut ist geht man ein Stück gemeinsam ohne sich die Schlinge fester Versprechen um den Hals zu ziehen. Und das Bewusstsein „dies ist unsere Zeit“ und eben nur auf unbestimmte Zeit macht es kostbar. („Der Vogel singt nur bis du nach ihm greifst.“ – Nils Koppruch, Die Aussicht)

Neu ist diese Form der musikalischen Zusammenarbeit auf Zeit sicher  nicht. Deutlich wird jedoch, dass sich hier zwei eigenständige, reife aber recht unterschiedliche Musiker perfekt ergänzen und nach außen eine sehr sympathische Harmonie ausstrahlen. Dass die daraus geborene Band Kid Kopphausen eine fantastische Zeit hat, konnte man in den letzen Tagen in den Metropolen der Nation erfreut sehen – mehr noch: hören.

Der Gewinn aus der Verbindung schlägt sich zunächst in der stilistischen Vielfalt des Albums nieder. Es wird experimentiert mit Fülle und Stille, mit verschiedenen musikalischen Einflüssen und menschlichen Rollen. Dennoch wirkt es homogen  und nicht allzu weit entfernt von den prägenden Einflüssen ihrer Urheber. Diese Vielfalt ist sicher auch dem Einbeziehen weiterer brillanter Musiker (Alexander Jezdinsky, Markus Schneider und Felix Weigt) in den kreativen Prozess zu verdanken.

Der quirlige Opener: „Hier bin ich“ rempelt kräftig an und zieht uns sofort druckvoll ins Album oder läßt uns live unmittelbar mitnicken. Der Ausbau von Strophe zu Refrain mit zunehmender Vielschichtigkeit ist spannend, spiegelt er doch  sehr gut wieder, dass ein Mensch,  je näher man ihn kennenlernt,  umso komplexer erscheint.

Lieder wie „Im Westen nichts neues“ oder „In die Wand einen Nagel“ sind musikalische Bilderbücher für Erwachsene, zu denen man sich die Geschichte selber erzählen muss. Kid flößt dem Hörer aber auch melodiöse Drogen ein und nimmt ihn mit auf einen sanft-wabernden Rausch durch eine psychedelische Clubnacht („Haus voller Lerchen“).  Den Psychothriller „Wenn der Wind übers Dach geht“ dominieren Bluesharmonien, die ein akzentuiert-rhythmisches Piano setzt und verzerrte, ausgedehnte Gitarrensoli, wie man sie in der Spielfreude bislang weder bei Gisbert, erst recht nicht bei Nils hören konnte.  Kid schmachtet in verliebter Erinnerung, stolpert als reumütiger Mörder durch  dumpf-düstere Wälder aus denen ein Cello die bedrohliche Schwärze aufsteigen lässt („Möderballade“). Er tänzelt in komplizierten Achtel-Sechzehntel-Rhythmus nicht nur „Jeden Montag“ suchend durch die Stadt, sondern verliert seinen Kopf auch gerne zum bedächtig schreitenden ¾-Takt in den Wolken („Wenn ich dich gefunden hab“). So richtig krachen lässt er es dann, wenn der Rock´n Roll ihm im „Das Leichteste der Welt“ das Leben retten darf.

 „Meine Schwester“ wird in Square-Dance-ähnlichem Schwung mitsamt Gott zum Teufel geschickt. Und Moses muss im Arbeits-Shanty angefeuert von Hauptstimme und Hintergrundchor ganz kräftig in die Riemen greifen und stompen, um gegen das Ersaufen anzurudern. Ein fünfstimmiger á capella Chor, unterlegt mit sparsamer Hauptstimme, schafft es minutenlang einen Bogen über die lethargische Stille zu spannen, bis die Ungeduld sich wütend krachend in einer Rock´n Roll Nummer Luft macht, die so auch aus der Feder von Rio Reiser stammen könnte („Schon so lang“).

Beide Protagonisten wagen es, mitten im Liveprogramm ausgewählte Solo-Stücke zu spielen,  ihre Identität als Kid Kopphausen damit minutenlang abzulegen, wobei sie sich gegenseitig als 1. und 2. Gastsänger vorstellen. Insbesondere in der Kulturkirche Köln, aber auch im altehrwürdigen St.Pauli Theater überzeugen und berühren diese Soli mit glasklarem Klang und Brillanz. Bei jedem Auftritt bleibt „Nur ein Satz“ wie auf dem Album der Abspann eines abenteuerlichen Films. War es vielleicht auch nur ein Satz zwischen Nils und Gisbert, der Kid Kopphausen nach sich zog?

Was auf der Album-Konserve wie gute, handgemachte, ehrliche Musik mit Reminiszenz an klassische Vorbilder klingt, gewinnt live eine gehörige Prise Überzeugungskraft hinzu. Es geht der Band nicht um Entertainment des Publikums, sondern um glaubwürdige Präsentation. Von Gisbert kennt man die selbstvergessen Art, mit geschlossenen Augen hinter dem Mikro in seine Songs abzutauchen. Die ernste Miene des Herrn Koppruch macht, dass man ihm den getrieben-paranoiden Typ ohne weiteres glaubt. Im „Zieh dein Hemd aus Moses“ drischt Marcus Schneider auf die Percussion ein, als wolle er sie zu Brennholz verarbeiten. „Erwischt“ wird zu einer swingenden Nummer, bei der sich Gisbert das Mikrokabel lässig wie eine Federboa über die Schulter wirft. Selten hat man von Nils mit so viel Timbre in der Stimme und dennoch ohne Kitsch das Lied „Kirschen“ gehört, dass man ihre Süße förmlich auf der Zunge schmeckt.

Das Kid rockt und wiegt, grübelt und liebt. Es philosophiert und tröstet, flucht und versäumt, sehnt und träumt. Und man spürt der Reaktion des Publikums an, dass es sich in diese menschlichen Eskapaden gebannt hineinziehen läßt. Songs verklingen bis zum letzten Ton, irgendwo wispert jemand „oh wie schön.“ Wer sitzt springt spätestens nach dem Hauptset des Konzerts auf und spendet standing ovations. Begeisterte Pfiffe und Johlen schlagen in Wellen zu den Akteuren auf die Bühne, bis sich auch die ernsten Mienen zu verlegenem Grinsen oder breiten Lächeln strecken.

Auch optisch ist diese Band ein Geschenk und mit den adretten Anzügen garnicht mal schlecht verpackt. Während Gisbert mit seinem längerem Haar (Ob ihm Koteletten auch stehen würden?) und dem Tweed-Anzug mit leichter Schlaghose über Boots noch an die guten 70er und die beste Zeit der Beatles erinnern könnte, verströmt Nils Koppruch mit seiner ernst bis finsteren Miene und dem dunklen Anzug einen Hauch von Man-In-Black-Aura. Vielleicht nicht ganz zufällig, zählt Johnny Cash doch zu den ihn prägenden Musikern.

„… jemand singt ein nagelneues Lied. Als wenn´s die ersten schönen Tage wär´n und alles um uns glänzt und schient und blüht.“ So singt Nils im Song „Schritt für Schritt“. Klingt doch ein wenig wie frisch verliebt. Gratulieren wir Kid Kopphausen zur gelungenen Kooperation und wünschen, dass dieser Glanz anhält, im Hier und Jetzt, und vielleicht eine Weile länger.

Möge diese Verbindung noch viele schöne Blüten treiben.


Kid Kopphausen in der Kulturkirche Köln – 13.09.

Superlativ. Umwerfend. Wenn die Worte fehlen müssen erst mal die Bilder sprechen. Hier eine erste Auswahl von Kid Kopphausen in der Kulturkirche. Vielleicht kommen die Worte ja nach dem 2. Konzert heute abend in der Kulturkirche wieder. Halleluja!

© Nils Koppruch Support, Verwendung nach Rücksprache

Kid Kopphausen – Albumteaser in Bild und Ton

Große Freude & Augenweide – wir können den Kopphausenern schon mal über die Schulter schauen. Das klingt wunderbar …


Kid Kopphausen live ab September

So sieht sie aus, die Tourankündigung für Kid Kopphausen „I“ (Bild zur Großansicht anklicken). Klassisch retro, man fühlt sich fast an Musikmagazine aus den 70ern erinnert oder den Vorspann eines James Bond Klassikers. Auch für die Promo-Fotos haben sich die Herren in Schale geschmissen und das Lieblings-Karo-Hemd, die schlabbrige Baggie-Pants oder alten Chucks gegen Anzug und Lederschuhe getauscht. Feiner Anblick. Das Quintett wird neben Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen besetzt sein mit Marcus Schneider (Gitarre), Felix Weigt (Cello, Bass, Tasten) und Alex Jezdinsky (Schlagzeug).

Wer die Termine im September nicht wahrnehmen kann sei getröstet, Ende Oktober bis November 2012 werden weitere Konzerte hinzu kommen, unter anderem ein Auftritt beim diesjährigen Rolling Stone Weekender! Wer allerdings eines der Konzerte in den Metropolen sehen will, sollte sich schleunigst Karten sichern.

Soviel zum I. – Fortsetzung folgt?  (Ob man nach I auch II angedacht hat? Diese Frage werden viele neugierige Interviewer sicher demnächst stellen. Gefälligst.)

Übrigens: Seit kurzem gibt es auf facebook auch eine Kid Kopphausen-Seite, die uns auf dem Laufenden hält.


Kid Kopphausen I

 

 © Foto Dennis Williamson

Die phänomenale Kooperationsfreude des Songwriters Gisbert zu Knyphausen, den der Erfolg zwischen 2009 und 2012 schwindelerregend durch die Decke katapultierte, ist in der deutschen Songwriterszene sicher eine erfreuliche Besonderheit. So nahm er mit Nils Koppruch lange vor der Mitwirkung an „Die Aussicht“ (Caruso) den Benefizsong „Knochen & Fleisch“ für ein Hamburger Obdachlosenmagazin auf, mit Lichter wurde getourt und wurden gegenseitig Songs („Leerer Raum“, „Spieglein Spieglein“) gecovert, von Daantje & the golden handwerk lieh Gisbert sich zunächst „Wer Du bist“, im Gegenzug konnte Daantje mit der kompletten Band sein Album „ach“ produzieren. Mit Schöftland aus Bern entstand „Hier in der Kleinstadt“, mit Clickcklickdecker alias Kevin Haman gab es die Split-Single „Frau Himmelblau bittet zum Tanz“ & „Die Aufgabe davor und die Abgabe danach“, mit Herrenmagazin nahm man gemeinsam „Alle sind so“ auf. Und die Liste ließe sich wohl noch erweitern …

Hinter all diesen Gemeinschaftsprojekten steht sicher mehr als die Bereitschaft, andere Musiker generös mit ins Erfolgs-Boot zu nehmen, das gerade so gut über die Wellen des Musikbusiness schippert. Gisbert lädt seine Hörer gerne ein, über den Tellerrand zu hören, auch wenn´s nicht seiner eigener ist. Und er scheint sehr offen zu sein für unterschiedliche, musikalische Impulse, Ideen und Herangehensweisen. Kompatibel, neugierig und experimentierfreudig von Hip-Hop über Elektro-Pop, von LoFi bis Punk, und dabei dennoch unverkennbar stiltreu und authentisch.

Während dieser Blogbeitrag entsteht haben Herr KOPPruch und Herr zu KnypHAUSEN mit einer Handvoll ausgewählter Musiker die Phase der intensiven Proben für das gemeinsame Album abgeschlossen, um erfolgreich zu konservieren und zu veredeln, worauf die mehr als neugierige Hörerschaft beider Künstler seit Monaten wartet. Das gemeinsame Werk wird beim Label  Trocadero erscheinen und soll, laut Information des Rolling Stone schlicht „I“ lauten. „Kid Kopphausen“ sei zunächst der griffige Werktitel, den man aber noch erweitern wolle, verriet Nils im Januar bei einem Video-Interview für Knust TV. Gisbert gab in einem Interview für den Musikblog „Lieblingstape“ im Februar preis, dass der Name „Kid Kopphausen und die Steinfeldvariation“ lauten könnte. Aha.

Nun denn, das Kind braucht einen Namen und wie auch immer das „Ki(n)d“ getauft wird, soll der Name wohl schon zeigen: es ist weder Nils drittes Solo-Album ohne FINK mit Kooperation von Gisbert, noch Gisberts drittes Bandalbum. Es ist die Umsetzung eines beiderseits lange gehegten, aber wegen Zeitmangel aufgeschobenen Plans, etwas Gemeinsames zu produzieren. Wir dürfen uns auf ein komplett eigenständiges Projekt mit einer eigenen Bandformation freuen. Welche Musiker dabei im einzelnen mitwirken wurde bislang nicht verraten. Immerhin rückt das Release-Datum Mitte August in Countdown-fähige Dimensionen und ein paar Daten des ersten Tourabschnitts in den wichtigsten Metropolen der Nation stehen auch bereits fest.

Als kleine Kostprobe der neuen Songs: „Zieh dein Hemd aus Moses“ – unplugged

[youtube.com/watch?v=-E9VuiDqWRU]


Wer kommt im besten Anzug an, wer gibt heut Nacht das Hauptprogramm?

Genau – der Herr Koppruch! Im Ernst: er kam wirklich im besten  Anzug. Ein Anblick, den man zweimal so nicht sieht, und wenn, dann ist es nur Glück. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, ernste Miene –  fast fühlt man sich ein wenig an Johnny Cash erinnert.
Also schnell ein paar Fotos fürs Archiv gemacht, nur leider ist die Ausleuchtung der Bühne im Schlachthof Wiesbaden nicht flexibel genug, um Nils in seiner Position als Spieler „rechts außen“ ins rechte Licht zu setzen. Hinderlich kommt noch eine gewölbetragende Säule mitten auf der Bühne hinzu, die den Bandcharakter endgültig in 3 plus 1 splittet. Das klingt ungnädig,  liefert aber einen plausiblen Vorwand für die mangelhafte Qualität der Fotoversuche. Doch das Auge hört mit und freut sich trotzdem über den feinen Anblick.

Das Auftaktkonzert der kleinen Tour beginnt ein wenig verzögert, denn – zum Teufel – die Autobahnen waren völlig verstopft. Bis dann alles aufgebaut und Sound gecheckt ist braucht es eben seine Zeit. Und essen müssen sogar Musiker ab und zu, besonders vor der Arbeit.
Dass seine Konzerte keine Massen anlocken, scheint Nils nicht allzu sehr zu grämen und ist mittlerweile schon Bestandteil des Abendprogramms geworden. „Guten Abend! …. Wir könnten uns jetzt eigentlich alle mit Handschlag begrüßen.“ Einzelne Besucher dürfen sich gerne auch mal persönlich vorstellen und das wiederum hat auch etwas sehr Sympathisches und verleiht dem Auftritt den Charme eines privaten Wohnzimmerkonzerts.

Wie auf dem Album CARUSO beginnt das Konzert druckvoll mit „Armer Junge weint, armes Mädchen auch“. Im Laufe des Abends spielen sie dieses Set:

1. Armer Junge weint, armes Mädchen auch
2. Mit eigenen Augen
3. Das Liebste (rockt!)
4. Mein einziges Lied
5. Kirschen
6. Die Aussicht
7. Caruso (dieser Text ist voller Stolpersteine – heute perfekt )
8. Vergessen, was ich wusste
9. Noch nichts ist verlor´n
10. Talking Darum Blues (groovt!)
11. Zieh das Hemd aus Moses (neu, geradezu Premiere!)
12. Loch in der Welt (mal eine fetzige Variante mit Echo-Effekt)
13. Den Teufel tun
14. Komm Küssen
15. Fliegen
16. Verrückte Liebe
17. Weil´s möglich ist
18. Stadt in Angst
      Zugaben:
19. Ich kümm´re mich darum
20. Staub und Gold (grandios!)

 

Der kundige Hörer merkt auf: es gibt ein neues Stück namens „Zieh dein Hemd aus Moses“. Ein schwer rollender Rhythmus, ein Mutmach- und Durchhalte-Text, ein Gospel à la Koppruch. Der Gesang ist leider wegen der etwas mangelhaften Akustik der Halle nur fragmentarisch verständlich, der Text konnte aber postkonzertal noch fotografisch erbeutet werden.

Wie auf dem Album CARUSO schließt „Stadt in Angst“  wie so oft den offiziellen Konzertteil ab. Die Abmoderation in diesen Song einflechtend stellt Nils seine Musiker im „Wald“ nochmal namentlich vor: Marcus Schneider an der Gitarre, Lars Paetzel am Bass und Christoph Kähler aka Zwanie Jonson am Schlagzeug.

Die abgelichtete Setlist lässt ahnen, dass noch viel mehr Stücke hätten gespielt werden können, hätte das Publikum sich beim Schlussapplaus gefälligst etwas ausdauernder gezeigt. Ansonsten waren die Zuhörer aber sehr zugetan, aufmerksam und haben ihren Part, Begeisterung beizusteuern, zur vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Bessere Fotos auch HIER


Häuptling Eigener Herd Vol.48

Häuptling eigener Herd - Garten Eden, illustriert von SAM.

 

Es gibt einen neuen Augenschmaus für die Kunstliebhaber von SAM.! Meisterkoch Vincent Klink und Wiglaf Droste veröffentlichen regelmäßig die satirischen Hefte „Häuptling Eigener Herd –  Das Lebensmittel für Hirn und Wanst“. Heft 48 erscheint im Oktober 2011 mit dem Titel „Garten Eden“ und wurde von Nils Koppruch illustriert. Kleine Kostprobe aus dieser delikaten Lektüre, dem Bilderbuch für Erwachsene:

„Der biblische Garten Eden war vermutlich kein toller Ort: Hätten ihn Adam und Eva sonst für einen blöden Apfel drangegeben? Sicher hatte es sich in diesem wattierten Sperrgebiet gut leben lassen, aber nach dem Sündenfall geriet das Dasein der beiden wesentlich spannender: Nun schnitt man sich die Nachkommen nicht mehr aus den Rippen, sondern Männlein und Weiblein entwickelten großes Interesse für die seit kurzem erst bedeckten Körperteile und fielen begeistert übereinander her. Nun wussten sie, was Lust bedeutet.
Kaum aber war ihr Leben aufregender geworden, schon sehnten sie sich nach dem langweilig-bequemen Leben zurück, in dem sie sich keine Sorgen darüber hatten machen müssen, wie sie ihre Kochtöpfe vollbekämen. Der Mensch will immer das, was er nicht hat.“

Quelle und Bestellung bei WIGWAM


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